Die Sprache ist die Kleidung unserer Gedanken - Bericht

"Rechtschreibung ist nicht wichtig, aber man muss sie können!" Aus diesem Grund hat sich der dritte Anlass des „Frauennetz Wallisellen" mit dem Thema „Rund ums Schreiben" beschäftigt. Als Gast war diesmal Helen Eichenberger, PR-Frau und Spezialistin für Textkultur, geladen, die den Teilnehmerinnen einige wertvolle Tipps und Tricks im Zusammenhang mit der neuen Rechtschreibung und der deutschen Sprache verriet.

Die interessierten Walliseller Frauen trafen sich am Donnerstag, 29. September 2005, in ihrem Stammlokal, dem Foyer des Gemeindesaales bei der „Bar/Lounge 8304 ". Zunächst begrüsste Co-Leiterin Barbara Neff die Anwesenden und entschuldigte zugleich Sabine Reimann Niederhauser, die sich krank gemeldet hatte. Barbara Neff erläuterte den weiteren Verlauf des Abends: So sollte die „Frauennetz"-Webmasterin Myriam Weber über die Homepage sprechen, bevor im zweiten Teil des Abends Helen Eichenberger unter anderem zur neuen Rechtschreibung referieren würde.

Die neue „Frauennetz"-Homepage
Nicht nur eine neue Homepage, sondern auch ein neues Logo hat das „Frauennetz": Das rot und silbern gestaltete Signet wurde vom Frauennetz-Mitglied Ania Kurowska erarbeitet und stellt Frauen dar, die gemeinsam an einem Schiffstau zu sehen sind. Stolz präsentierte Webmasterin Myriam Weber die neue Homepage des Frauennetzes. Unter www.frauennetz-wallisellen.ch finden sich unter anderem Aktualitäten, Veranstaltungshinweise, verschiedene Foren, Kleinanzeigen und die Kompetenzenbörse, die nur für Mitglieder zugänglich ist. Hier können die Frauen ihr eigenes Porträt erfassen, in dem Personalien, besondere Kenntnisse, Erfahrungen und Eigenschaften sowie Interessen festgehalten sind. Der Wunsch von Myriam Weber ist, dass sich möglichst viele Frauen eintragen und neben dem Text auch ein aktuelles Foto zu finden ist. Die Webmasterin betonte, dass sie für Probleme, Fragen oder allgemeine Anregungen und Wünsche der Mitglieder zur Homepage gerne zur Verfügung stehe, ein E-Mail auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Gastreferentin Helen Eichenberger
Das Thema „Die neue Rechtschreibung" ist aktuell und brisant wie eh und je, denn seit dem ersten August diesen Jahres sind die neuen Regelungen verbindlich. Deshalb hatte das Frauennetz-Leitungsteam eine Fachspezialistin eingeladen:
Helen Eichenberger war bereits am Gründungsanlass mit dabei und verfügt über eine langjährige Erfahrung als Netzwerkerin. Über fünfzehn Jahre war sie als Sekundarlehrerin in Dübendorf tätig, bevor sie 1997 eine eigene Firma für Unternehmensberatung in Public Relations und Textkultur gründete.
Die 26 Buchstaben würden sie schon ihr ganzes Leben begleiten, eröffnete Helen Eichenberger ihr Referat. So habe sie bereits mit sechs Jahren lesen können und den Deutschunterricht immer gern besucht. „Rechtschreibung ist nicht wichtig, aber man muss sie können!" ist die kräftige Aussage der Textspezialistin. Denn mit dem Alphabet schreiben wir nicht nur herkömmliche Texte, sondern auch den täglichen Einkaufszettel, Liebesbriefe, Geschäftsbriefe und vieles mehr.

Neue Orthografie
Schulen, Behörden und Zeitungen. Alle verwenden sie die neue Rechtschreibung. Ausgearbeitet wurden die veränderten Regeln vom Rat für deutsche Rechtschreibung. Die deutsche Sprache beinhaltet aber nicht nur Orthografie. „Dazu gehören auch Stilistik, also die Wahl schöner Verben, die Sprachlogik, bei der es darum geht einen Text zu verstehen, und die Grammatik", bemerkte Eichenberger. Warum aber war eine Reform überhaupt nötig? Das Schreiben sollte logischer, einfacher und einheitlicher gestaltet werden. Als Beispiel soll hier das sogenannte „Stammprinzip" herausgegriffen werden: „nummerieren" gleicht sich dem Substantiv „Nummer" an, so wie „platzieren" mit „tz" geschrieben wird, wie der „Platz". Ein zweites Exempel: Folgen in einem Wort drei gleiche Buchstaben auf einmal, werden alle ausgeschrieben. Neu heisst es also „Schifffahrt", „Brennnessel" oder es hiesse sogar „Glatttal" (hier aber eine Ausnahme, da das Glattal schon eine Art Markennamen darstellt). Alle weiteren wichtigen Änderungen sind im Dossier „Die 26 Buchstaben", das man sich am Ende des Abends besorgen konnte, ausführlich beschrieben.

Geschäftsbriefe
Im zweiten Teil ihres Vortrags kam Helen Eichenberger auf das Thema „Geschäftsbriefe" zu sprechen. Sie zeigte auf, wie beispielsweise Briefe gestaltet werden, welche Anschriften veraltet sind und wie sich Grussformeln variieren lassen. Anstatt immer nur das standartmässige „freundiche Grüsse" zu verwenden, solle der Verfasser oder die Verfasserin ruhig wagen, etwas neues, anderes auszuprobieren. Denn mit „Aus Wallisellen freundliche Grüsse" oder „Fröhliche Montagsgrüsse" falle man viel eher auf. Abschliessend an ihren spannenden und sehr gelungen Ausflug in die Welt der deutschen Sprache wünschte die Referentin den Teilnehmerinnen viel Freude am Schreiben.